24.04.2008, 14:24
Präsident Ismael Omar Geulleh erklärt die Maßnahmen seiner Regierung gegen FGM
Schon kurz nach meiner Ankunft wurde ich von Präsident Ismael Omar Geulleh in seiner Residenz empfangen und erhielt von ihm persönlich viele wertvolle Informationen über die Arbeit seiner Regierung im Kampf gegen FGM und zur Stärkung der Frauenrechte in Djibouti.
Djibouti, obwohl ein kleines Land, hat großen Einfluss auf seine Nachbarstaaten Somalia, Äthiopien (für Äthiopien ist Djibouti der einzige Zugang zum Meer) und Eritrea. In genau diesen Staaten wird die grausamste Form von FGM praktiziert, die Infibulation oder pharaonische Genitalverstümmelung. Fast 100% der Frauen dieser Länder sind Opfer dieses Verbrechens geworden. Der Präsident von Djibouti, Ismael Omar Geulleh, die First Lady Kadra Mahmoud Haid, sowie die gesamte Regierung und alle Parlamentsabgeordneten stehen 100%ig hinter dem FGM Verbot.
Bei einem Essen mit sechs Ministern und deren Gattinnen erhielt ich noch mehr Informationen über die engagierte Arbeit der Regierung. Beschneiderinnen werden umgeschult, wer damit nicht einverstanden ist, geht ins Gefängnis. Es gibt laufende Diskussionen mit den religiösen Führern um deren Unterstützung zu erhalten. In Schulen, Spitälern und Frauenhäusern (die gibt es in Djibouti tatsächlich für Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden) wird laufend informiert und aufgeklärt. Schwierig ist die Aufklärung und Kontrolle in den ländlichen Gebieten, da es einfach an Infrastruktur fehlt.
Kurz vor meiner Abreise traf ich mich noch mit der First Lady Kadra Mahmoud Haid zu einem persönlichen Gespräch unter Frauen. Ihre Einladung zu einem großen Frauentreffen am nächsten Abend konnte ich leider nicht mehr annehmen, da ich nach Europa zurück musste. Ich werde aber wiederkommen in dieses gastfreundliche und zukunftsorientierte afrikanische Land.



