Die Wochenzeitung A-lAhram aus Kairo hat einen weiteren interessanten Artikel über den Fall der 13-jährigen Nermine El-Haddad veröffentlicht, die kürzlich an den Folgen ihrer Genitalverstümmlung in einem ägyptischen Krankenhaus verstorben war.
Der Artikel zitiert die Gesundheitsministerin Mushira Khattab, die den Fall zur Anklage gebracht hatte nachdem ihr Ministerium von einer Ärztin des betroffenen Krankenhauses informiert worden war:
„Wir müssen die Mauer des Schweigens, die diese Thema umgibt brechen und unsere Anstrengungen erhöhen um zu verhindern, dass diese Praktik an die nächste Generation weitergegeben wird“, sagte sie. „Unser Ziel ist es, klar zu stellen, dass FGM in Ägypten nicht geduldet wird.“
Weibliche Genitalverstümmelung ist in Ägypten seit 2008 illegal. Bereits seit 2007 dürfen Ärzte und Krankenschwestern den Eingriff nicht mehr durchführen, nachdem zwei Mädchen in öffentlichen Krankenhäusern an den Folgen der Verstümmelung gestorben waren.
Trotz des Verbots wird FGM in Ägypten weiter praktiziert, vor allem in ärmeren Familien. Laut einer nationalen Statistik werden rund 80 Prozent der Mädchen, die in armen Familien geboren werden, genitalverstümmelt. In wohlhabenden, gebildeten Familien werden nur 30 Prozent der Mädchen Opfer von FGM.
„Dieser Fall zeigt deutlich, das gesetzliche Verbote allein nicht genug sind um Mädchen vor weiblicher Genitalverstümmelung zu schützen und er zeigt wieder einmal die Wichtigkeit von Bildung und Aufklärung im Kampf gegen diese schreckliche Praktik.“ – Waris Dirie



