Desert Flower Foundation

Menschenrechtsaktivistin fordert Dialog über Sexualität in Indonesien

Nursyahbani Katjasungkana, früheres Mitglied des Parlaments und Menschenrechtsaktivistin hat eine Initiative ins Leben gerufen, die einen Dialog über Sexualität, Menschen- und Frauenrechte in Indonesien ermöglichen soll.

Sex und Sexualität sind in der indonesischen Öffentlichkeit noch immer ein absolutes Tabuthema. Dies muss sich dringend ändern, so Katjasungkana, denn „bei einer Diskussion über Sexualität geht es nicht nur um Sex. Sexualität hat einen großen Einfluss darauf, wie Menschen miteinander umgehen. Der Versuch, Frauen zu kontrollieren und zu unterdrücken hat seinen Ursprung in der Angst vor der weiblichen Sexualität“.

Nursyahbani Katjasungkana wurde als Baby genitalverstümmelt und ließ auch ihre eigene Tochter im Alter von sechs Monaten in einem Krankenhaus verstümmeln. „Das erste Mal das mir die Unterdrückung der weiblichen Sexualität bewusst wurde, war bei der Verstümmelung meiner eigenen Tochter“, erinnert sich Katjasungkana, die es heute tief bereut der Beschneidung ihrer Tochter zugestimmt zu haben.

Die Waris Dirie Foundation erhält regelmäßig Nachrichten von indonesischen Ärzten, die berichteten, wie weit weibliche Genitalverstümmelung in Indonesien, dem größten muslimischen Land der Welt, verbreitet ist. Nursyahbani Katjasungkana hat eine sehr wichtige Botschaft: weibliche Genitalverstümmelung ist Teil eines Systems, das Frauen unterdrückt und abwertet, basierend auf einer unbegründeten Angst vor weiblicher Sexualität. Es ist sehr wichtig, offen über Sexualität und über solche Ängste zu sprechen um Praktiken wie FGM und die Unterdrückung von Frauen in einer Gesellschaft überwinden zu können.“ – Waris Dirie

Quelle: The Jakarta Post

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