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200.000 Mädchen in den USA akut von FGM bedroht

Weibliche Genitalverstümmelung betrifft nicht nur Frauen und Mädchen in Afrika und Asien, sondern auch in den USA, wie ABC News berichtet. Der Artikel zitiert mehrere junge amerikanische Frauen, die Opfer von FGM wurden. Junge Mädchen werden sowohl in den USA genitalverstümmelt, als auch von ihren Eltern ins Ausland gebracht, um dort verstümmelt zu werden. “Es ist schlimmer als alles andere auf der Welt”, sagt eine von ihnen gegenüber ABC.

Seit 1996 ist weibliche Genitalverstümmelung in den USA explizit verboten. Trotzdem wird sie von vielen Gruppen weiter praktiziert. Das amerikanische Center for Disease Control and Prevention (CDC) schätzt, dass zwischen 150.000 und 200.000 Mädchen in den USA akut gefährdet sind, von ihren Verwandten ins Ausland gebracht und dort verstümmelt zu werden. 2010 veröffentlichte die amerikanische Vereinigung der Kinderärzte (American Association of Pediatricians, AAP) den Vorschlag, Eltern die eine Genitalverstümmelung ihrer Töchter verlangten einen sogenannten “ritual nick”, also einen von einem Arzt durchgeführten, kleinen Einschnitt oder ein Anstechen der äußeren Schamlippen bzw. Der Klitoris. Die AAP argumentierte, man könne so verhindern, dass Eltern ihre Kinder im Ausland bescheiden ließen, wo sie unter schlechten hygienischen Bedingungen sehr viel schwerwiegender verletzt würden.

Zahlreiche Frauen- und Menschenrechtler kritisierten den Vorschlag scharf und fürchteten, dass Eltern so in der Weiterführung der Praxis bestärkt würden. Auch Waris Dirie bezog klar Stellung gegen den Vorschlag. Die AAP zog ihren Vorschlag nur wenige Wochen nach seiner Veröffentlichung zurück.

Das Problem bleibt jedoch bestehen. Waris Dirie hofft, das der Filmstart von Wüstenblume in den USA mehr Aufmerksamkeit für das Thema erzeugen wird. “Ich glaube, dass der Film eine große Chance ist, eine öffentliche Debatte in den USA darüber auszulösen, wie man Mädchen in den USA vor FGM schützen, und denjenigen helfen kann, die bereits Opfer von FGM wurden. FGM ist in allen Gruppen, die es praktizieren, ein absolutes Tabu. Deshalb halte ich den Film für so wichtig: er bringt das Thema in die Öffentlichkeit, so dass Menschen die Möglichkeit bekommen, darüber zu sprechen.”

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