Die 47 Mitgliedsstaaten des Europarates haben heute in Istanbul über eine Konvention zum Schutz von Frauenrechten beraten.
Das Dokument verpflichten die unterzeichnenden Staaten erstmals, konkrete Maßnahmen zum Schutz von Frauen vor Gewalt umzusetzen. Darunter fällt sowohl häusliche und sexuelle Gewalt als auch Zwangsverheiratungen und weibliche Genitalverstümmelung. Unterzeichnende Staaten verpflichten sich zur Einrichtung von Telefon-Hotlines, Frauenhäusern, Beratungsstellen und besonderen medizinischen Diensten. Auch konkrete Maßnahmen zur Gewaltprävention müssen umgesetzt werden.
Menschenrechtler bezeichneten die Konvention am Mittwoch als «bahnbrechend». «Alle europäischen Regierungen sollten die Konvention so schnell wie möglich unterzeichnen und ratifizieren», forderte Gauri van Gulik von Human Rights Watch.
Die Richtlinien müssen nun noch von den Parlamenten der 13 Unterzeichnerstaaten ratifiziert werden. Unterzeichnet wurde das Dokument von Deutschland, Österreich, Finnland, Frankreich, Griechenland, Spanien, Island, Luxemburg, Montenegro, Portugal, Schweden, die Türkei und die Slowakei.
In Europa erlebten 20 bis 25 Prozent der Frauen im Laufe ihres Lebens Gewalt oder sexuelle Gewalt, in der Türkei fast die Hälfte der Frauen.



