Desert Flower Foundation

10 Jahre Desert Flower Foundation

10 Jahre Desert Flower Foundation

Nach dem ich seit 1997 als UN Sonderbotschafterin gegen FGM arbeitete entschloss ich mich 2002 meine eigene Organisation die Desert Flower Foundation zu gründen.

Mein Ziel war es, weltweit gegen dieses Verbrechen Aufmerksamkeit und eine Lobby bei Politikern und anderen NGO´s gegen FGM zu schaffen.

Vor allem war es mir wichtig zu informieren, dass FGM nicht nur in Afrika, Asien, dem Mittleren Osten praktiziert wird, sondern auch in Europa, USA, Kanada, Australien und Neuseeland. Wie ich aus den Afrikanischen Communities immer wieder erfahren habe ist FGM in Europa weit verbreitet.

Deshalb  entschied ich mich 2002 verdeckte Ermittlungen mit meinem Team in Europa durchzuführen. Wir benötigten 2 Jahre und recherchierten in London, Manchester, Bristol, Cardiff, Paris, Amsterdam, Rotterdam, Stockholm, Malmö, Helsinki, Oslo, Berlin, München, Wien, Zürich, Genf, Mailand, Rom, Madrid, Barcelona und Lisabon.

Das Resultat  schockierte uns.

Mindestens 500.000 Frauen und Mädchen, die Opfer von FGM geworden sind leben in Europa. Und jedes Jahr sind tausende Mädchen von diesem grausamen Verbrechen in Europa bedroht.

Wir trafen Mädchen die in Europa genital verstümmelt wurden. Wir trafen Religionsführer, die FGM befürworteten und andere die dagegen kämpften. Wir trafen viel Menschen aus den afrikanischen Communities, Afrikanische KünstlerInnen, MenschenrechtsaktivistInnen, SozialarbeiterInnen, PolitikerInnen, ÄrztInnen, Hebammen in Spitälern, LehrerInnen und KindergärtnerInnen und afrikanische Frauen, die in Europa FGM praktizierten.

Wir nahmen an Gerichtsverfahren in Paris teil gegen Beschneiderinnen und Eltern, die ihre Töchter in Frankreich genitalverstümmeln ließen und trafen Doktor Foldes, der der einzige Chirurg in Europa war, der Klitoris und Labia von Genitalverstümmelungsopfern wieder herstellte.

Wir sammelten 4.000 Seiten Informationsmaterial und 350 Stunden Ton- und Filmmaterial.

2005 produzierten wir über diese Recherche das Buch „Schmerzenskinder“ und präsentierten 2006 die Resultate dem Ministerrat der EU im Brüssel. Wir diskutierten mit den MinisterInnen Maßnahmen gegen FGM in Europa.

Nach dem Treffen wurden in vielen europäischen Ländern Gesetze gegen FGM erlassen oder verschärft.

Seit 2002 wurden von der Desert Flower Foundation weltweit mehr als 3.000 Beiträge für TV und Radiostationen, Magazine und Tageszeitungen sowie Internetblogs initiiert und begleitet. Wir haben 2010 die erste Social Media Kampagne gegen FGM lanciert, die 2010 mit dem Social Media Award ausgezeichnet wurde. Als Koproduzentin des Films WÜSTENLUME hat die Desert Flower Foundation 2008 die Filmproduktion fachlich beraten und ab 2009 die Veröffentlichung des Filmes international mit Medienarbeit unterstützt. Bis heute ist WÜSTENBLUME in 34 Ländern erfolgreich angelaufen.

Der Film wird von zahlreichen NGO’s von UN Women bis zur Desert Flower Foundation als wichtiges Instrument zur Aufklärungsarbeit gegen FGM eingesetzt.

Mehr als 100.000 Menschen nutzten das Beratungsservice waris@utanet.at und jeder erhielt Antwort. Viele Frauen, die von Genitalverstümmelung bedroht waren und viele die Opfer wurden haben sich bei uns gemeldet, aber auch SchülerInnen und StudentInnen, die Informationen für Facharbeiten, Präsentationen und Dissertationen benötigten.

Heute arbeiten 9 MitarbeiterInnen für die Desert Flower Foundation, entwickeln neue Strategien und Kampagnen und bearbeiten tausende Anfragen. Und bei Google finden sich 1.180.000 Einträge über unsere Arbeit.

2011 entschieden wir uns für eine neue Strategie und starteten die Kampagne TOGETHER FOR AFRICAN WOMEN in der Überzeugung, dass Armut in Afrika zuerst bekämpft werden muss, bevor man FGM langfristig ausrotten kann. Deswegen investieren wir nun in Bildung und Berufstraining, vor allem für Frauen.

Wir unterstützen soziale Investments in Afrika, um für Frauen Arbeit und Einkommen zu schaffen. Denn nur so schaffen sie es unabhängig zu werden und über ihren eigenen Körper und den Körper ihrer Töchter selbst bestimmen zu können.

Ihr werdet 2012 mehr darüber lesen können auf unserer Webseite, auf Facebook, Twitter, unserem Blog und unserem neuen Youtube Channel.

LOVE,

Waris Dirie

 

 

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