Todesdrohungen nach FGM-Berichten

Liberianische Journalistin taucht aus Angst vor Übergriffen unter

 

MONROVIA -  Nach ihrem Artikel über FGM in Liberia vergangenen Donnerstag in der lokalen Tageszeitung FrontPage Africa, wird die liberianische Journalistin Mae Azango mit dem Tod bedroht. Wie Africa Review berichtet, ist die Reporterin, die vom Pulitzer Center für Krisenberichterstattung unterstützt wird, untergetaucht. „Sie haben Nachrichten hinterlassen und Leuten erzählt, dass sie mich kriegen und aufschlitzen bis ich schweige“, befürchtet Azango.

In ihrem Artikel berichtet sie über FGM in den ländlichen Gebieten Liberias und dessen verheerende und oft tödliche Folgen für betroffene Frauen und Mädchen. Demzufolge sollen in einigen Teilen des Landes zwei von drei Mädchen genital verstümmelt werden.

Das Committee to Protect Journalists (CPJ) fordert nun den Schutz der liberianischen Polizei für Azango und das Team von FrontPage Africa. „Die Autoritäten müssen eine klare Botschaft senden, dass Drohungen dieser Art Verbrechen sind“, bekräftigt Mohamed Keita, Vertreter des CPJ Afrika.

Zehn der 16 Stämme in Liberia praktizieren FGM, was beinahe 85 Prozent der Bevölkerung ausmacht. Meist unter schlimmsten hygienischen Bedingungen sind Infektionen, Tetanus und HIV-Übertragungen die Folge. „Die Leute hinter diesen Drohungen scheinen sicher zu sein, dass sie ungestraft davon kommen“, sagt Keita. Wichtig sei es daher nun, das Gesetz zu hüten und Strafverfolgung zu gewährleisten.